Narkose

 

 

 

 

 

Die meisten chirurgischen Eingriffe erfolgen ebenso wie die Sanierung der Zähne und bestimmte Röntgenuntersuchungen bei den Haustieren unter Narkose.

 

 

 

Unter Narkose versteht man die Schmerzausschaltung am ganzen Körper, die mit Muskelerschlaffung und tiefem Schlaf einhergeht. Hierzu werden bestimmt Medikamente (Narkotika, Anästhetika) eingesetzt, die eine vorübergehende Aufhebung der Funktion der Nervenzellen bewirken. D. h: der Hauptwirkungsort von Narkotika ist das Gehirn, das zentrale Nervensystem.

 

 

 

Gleichzeitig haben Narkotika aber auch Einfluss auf andere Körperfunktionen, wie z.B. auf die Magen-Darm-Aktivität, Atmung, Kreislauf, Herzarbeit, Temperaturregulation u. a.. Hier kann es dann zu einer unerwünschten Wirkung kommen, in sehr seltenen Fällen zum Tod des Patienten, da ja lebenswichtige Systeme beeinflusst werden. Dies wird im Allgemeinen unter dem Oberbegriff „Narkoserisiko“ bzw. „Narkosezwischenfall“ beschrieben.

 

 

 

Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten wird Ihr Tier vor der Operation auf Narkosefähigkeit untersucht. Bei auffälligen Befunden empfehlen wir eventuell weitere Untersuchungen wie Blutanalysen oder Röntgen um eventuelle Risiken aufzudecken und entsprechende Maßnahmen zu deren Verringerung zu ergreifen.

 

 

 

Zum Glück für Mensch und Tier wirken Narkotika in unterschiedlichem Maße auf die verschiedenen Strukturen. Durch Einsatz von modernen Mitteln, häufig in bestimmten Kombinationen werden die unerwünschten Wirkungen möglichst gering gehalten.

 

Anästhetika werden je nach Dauer und erforderlicher Narkosetiefe ausgewählt und sorgfältig auf den Patienten abgestimmt. Daher gehören Narkosezwischenfälle zu den großen Ausnahmen.

 

 

 

 

 

Vor der Narkose sollten sie einige Dinge beachten:

 

 

 

  • Durch den Einfluss der Narkose auf die Magen-Darm-Aktivität und den Gleichgewichtssinn, kann es zum Erbrechen kommen. Da der Patient jetzt bereits schläft, besteht die Gefahr, daß Erbrochenes in die Luftröhre gelangt. Daher vor jeder geplanten Vollnarkose: 8-12 Stunden völliger Nahrungsentzug für den Patienten. Ausnahme: Nager, z. B. Kaninchen, Meerschweinchen u. a., sollten weiterhin Heu erhalten. Trinkwasser sollte generell weiter angeboten werden.

 

 

 

  • Um die Menge des Narkosemittels und die Kreislaufbelastung möglichst gering zu halten, sollte Ihr Tier vorab möglichst wenig belastet bzw. aufgeregt sein (d.h. z.B. auf lange Spaziergänge verzichten).

 

 

 

  • Sollte Ihr Tier regelmäßige Medizin z.B. Herzmedikamente, Insulin, Medizin gegen Epilepsie nehmen, sprechen Sie bitte mit uns ab, ob diese am Tag der Operation verabreicht werden sollen.

 

 

 

  • Falls Sie Ihren OP- Termin nicht einhalten können, bitten wir Sie um eine rechtzeitige Absage!

 

 

 

 

 

Nach der Operation:

 

Sobald von unserer Seite keine Narkosezwischenfälle mehr zu erwarten sind und die Kreislauffunktionen Ihres Tieres in Ordnung sind, dürfen sie es wieder mitnehmen.

 

Im Normalfall befindet Ihr Tier sich in der Aufwachphase, wenn wir es in Ihre Obhut geben. Das hat den Vorteil, dass das Tier in der gewohnten Umgebung bei vertrauten Menschen wach werden kann.

 

 

 

Auch nach der Narkose gibt es einiges zu beachten:

 

 

 

  • Das Tier sollte an einem ruhigen, ebenerdigen Platz auf dem es sich sicher Fühlt, aufwachen. Die Verletzungsgefahr durch Umhertorkeln eventuell irgendwo herunterfallen sollte möglichst ausgeschlossen werden.

 

 

 

  • Da die Körpertemperatur durch die Narkose herabgesetzt wird, ist es wichtig, das Tier warm zu halten. Normalerweise genügt eine gepolsterte Unterlage und eine Decke. Sollten weitere Wärmequellen nötig sein, weisen wir sie darauf hin.

 

 

 

  • Wasser dürfen sie Ihrem Tier erst wieder anbieten, sobald es vollständig erwacht ist. Am Tag der Operation sollte das Tier (ausgenommen Kaninchen und Meerschweinchen) kein Futter erhalten!

 

 

 

  • Katzen sollen am Tag der Operation auf jeden Fall im Haus verbleiben. Hunde dürfen, sobald sie wieder laufen können, an der Leine ihre Geschäfte verrichten.

 

 

 

 

 

Die Narkose wird so gering wie möglich und so tief wie nötig bemessen. Nachher schließt sich eine sogenannte Nachschlafphase an. Deren Dauer hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab:

 

Beispielsweise wird ein gesundes Tier, das kastriert wurde, diese OP schneller und besser verkraften, als z. B. ein Patient bei dem ein Fremdkörper aus dem Darm entfernt wurde, da hier bereits deutliche Störungen – insbesondere des Kreislaufs – vorliegen. Ein junges Tier wird Medikamente üblicherweise deutlich schneller abbauen, als ein altes. Bei bestehenden Herz-, Leber- oder anderen Organerkrankungen, ist ähnlich wie bei älteren Tieren die Leistungsfähigkeit des Organismus eingeschränkt.

 

Selbstverständlich sind nicht alle Tiere gleich. Es bestehen Unterschiede rassebedingt und auch individueller Natur gegenüber der Wirksamkeit von Medikamenten, somit auch gegenüber Narkosemitteln.

 

So kommen in der Phase nach einer Vollnarkose zeitliche Unterschiede zustande. Eine Besonderheit bei Hunden: Wenn die Narkose abläuft, können manche Tiere fürchterlich jaulen. Das hat nichts mit Schmerzen zu tun! Dieser Zustand kommt durch eine Art Rausch in der Nachwirkung von bestimmten Narkotika zustande und ist völlig harmlos.

 

 

 

Sollten Sie noch Fragen zu dem Thema Narkose haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!